Lebendige Erinnerung für Demokratie und Menschenrechte


zum Himmelfahrt Auszug

zum Königsberger Pfingstfest


Eine Tradition mit Vergangenheit und Zukunft

Als historische Bürgerwehr ist die Bürgerwehr 1848 Königsberg in Franken Teil des Bundes historischen Bürger- und Landwehren in Bayern. Während sie sich in voller Stärke von etwas hundert Mann nur in Königsberg i. Bay. zu Pfingstdienstag und Himmelfahrt zu sehen ist, nehmen Kommando und Fahnenkompanie auch an anderen Veranstaltungen teil:

  • Geplant ist das Ausrichten des Landesschießens des Bundes historischer Bürger- und Landwehren in Bayern am 23.10.2021 in Haßfurt

Mach mit bei der Bürgerwehr 1848 Königsberg in Franken

Warum sollte ich bei der Bürgerwehr Königsberg mitmachen?

Weil du so etwas nirgendwo sonst erleben kannst. Es ist ein einmaliges Erlebnis. Es fordert dich und es macht Spaß.
Weil wir aktive Bürger – weil wir dich – brauchen, damit die Bürgerwehr lebendig bleibt.
Weil die Teilnahme dich wirklich zu nichts verpflichtet.
Weil es dich in Kontakt zu Königsbergern bringt, du Bekanntschaften schließen und dich im eigenen Tempo in diesen liebenswerten Ort integrieren kannst.
Weil manche Dinge es wirklich wert sind erhalten zu werden und aktuell zu bleiben.

Was ist die Bürgerwehr Königsberg?

Die Bürgerwehr 1848 Königsberg in Franken ist eine Tradition, die seit 175 Jahren in der fränkischen Kleinstadt Königsberg i. Bay. aufrechterhalten wird.
Die Bürger der Stadt versammeln sich zu Himmelfahrt und am Dienstag nach Pfingsten. Sie exerzieren und marschieren im Gedenken an die demokratische Revolution von 1848 durch die Stadt. Über ihnen weht die Revolutionsfahne in Schwarz-Rot-Gold.
Diese Tradition hat alle Kriege und Regime seit 1848 überstanden. Um sie hat sich ein Volksfest voller fränkischen Charme entwickelt. Die Bürgerwehr gehört zu den einmaligen Besonderheiten und Identifikationspunkten Königsbergs. Sie ist in ihrer Art ein einmaliges Erlebnis.

Wer kann bei der Bürgerwehr Königsberg mitmachen?

Um bei den Umzügen der Bürgerwehr Königsberg teilzunehmen, muss man männlich sein, 14 Jahre oder älter und sich mit den Idealen der Bürgerwehr und der Stadt Königsberg identifizieren. Es gibt keine feste Mitgliedschaft und keine Aufnahmeformalitäten.
Wer zu Himmelfahrt und Pfingsten gemäß der Tradition mit antritt, ist Teil der Bürgerwehr.
Einwohner – auch zugezogene – der Stadt Königsberg und seiner Ortsteile, sowie ehemalige Königsberger sind explizit eingeladen mitzumachen. Egal was man am Stammtisch hört: Auch wer in Ortsteilen wohnt, darf mitmarschieren.

Wozu verpflichtet man sich beim Teilnehmen?

Zu nichts, außer für die Zeit der Auszüge den Befehlen der Offiziere im Rahmen des überlieferten Exerzierens und Marschierens zu folgen und die Ideale der Bürgerwehr – Demokratie und Menschenrechte – hochzuhalten.
Weiteres Engagement und Hilfe für die Wehr bei Festen (Bürgerfest & Weihnachtsmarkt) und externen Auftritten ist gerne gesehen. Erwartet wird es nur von den Bürgern der Fahnensektion und den gewählten Chargierten.

Wie sehen die Uniformen der Bürgerwehr Königsberg aus?

Es gibt bei der Bürgerwehr 1848 Königsberg nur eine wirkliche Uniform. Das ist die Uniform des Hauptmanns, für die er selbst aufkommt.
Die Mannschaft erscheint in ordentlicher Kleidung, inklusive Jacke und Hut. Zu Himmelfahrt legerer, zu Pfingsten meist förmlicher.
Die Bürger der Fahnensektion tragen schwarze Anzüge, weiße Hemden, schwarz-rot-goldene Krawatten und einen einheitlichen schwarzen Hut.
Die gewählten Ämter (Chargierten) und Offiziere tragen schwarze Gehröcke im Stil der Sonntagskleidung von 1848 und schwarze Hüte oder Zylinder.
Insgesamt ist die Bürgerwehr also nicht uniformiert, auch wenn bei externen Auftritten Kommando und Fahnensektion einheitlich schwarz erscheinen.

Ist die Bürgerwehr Königsberg bewaffnet? Brauche ich eine Waffe um mitzumachen?

Ja und nein. Die Bürgerwehr exerziert und marschiert. Dazu gehören Übungen zum Halten des „Gewehrs“. Aber geschossen wird ausschließlich im Schießstand beim Preischießen mit gestellten Kleinkalibern. Wir führen (natürlich) keine scharfen Waffen mit.
Deshalb reicht ein „gewehrförmiger“ Gegenstand für die Teilnahme bei der Bürgerwehr. Üblicherweise exerzieren viele Bürger mit einem Spazierstock aus Holz, der zu Pfingsten mit einem Blumensträußchen geschmückt wird.

Was hat es mit dem Preisschießen auf sich?

Jeder, der an Himmelfahrt und Pfingsten mitmarschiert ist, hat damit das Recht am Pfingstdienstag nach dem Auszug am Preisschießen teilzunehmen. Wir schießen mit Kleinkaliber-Gewehren auf Papierscheiben – es ist kein Adlerschuss.
Als Preise gibt es zahlreiche hochwertige Sachpreise, die von örtlichen Gewerbetreibenden gestiftet werden. Wer halbwegs schießen kann, der geht nicht leer aus.
Als letzte Preise gibt es die begehrten Löffel. Wer einen dieser Löffel hat, kann als Teil der „Löffelgarde“ das Ende des Pfingstfestes bei Bürgermeister und Schützenkönig melden und wird dort verpflegt. Die Gleichung lautet „Löffel = Freibier“.

Ist es nicht furchtbar teuer Schützenkönig zu werden?

Bei der Bürgerwehr ist es nicht so, wie auf den Schützenfesten anderer Gegenden.
Den Schützenkönig mit der besten Schussserie erwartet kein teures und zeitaufwendiges Jahresprogramm. Es gibt keine vorherigen Absprachen. In Königsberg kann und darf wirklich jeder Schützenkönig werden.
Der Schützenkönig bekommt die Schützenkönigskette, die er um eine Plakette erweitert im nächsten Jahr weiter geben muss. Außerdem erhält er am Ende des Pfingstfestes vor seinem Haus (oder bei Auswärtigen einem Haus in Königsberg, zu dem er Bezug hat) Besuch vom Kommando und der Löffelgarde, die er verpflegt. Biertischgarnituren, Getränke, belegte Brötchen – es wird nicht viel erwartet.
Danach hat man keine Verpflichtungen mehr, bis man die Kette im nächsten Jahr weitergibt.

Bürgerwehr, Revolution, Fahne mit Schwarz-Rot-Gold? Klingt schon sehr nach rechter Kackscheiße, oder?

Ja, so klingt es – leider. Gerade deshalb ist es uns so wichtig, dass klar ist:
Die Bürgerwehr steht für Demokratie und Menschenrechte. Dafür, dass beide immer wieder erstritten werden müssen und bedroht sind. Gerade auch von rechts.
Unsere Fahne ist Schwarz-Rot-Gold seit fast 175 Jahren – lange vor neurechten Wutbürgern. 1848 stand sie für eine die bestehenden Grenzen sprengende demokratische Utopie. Sie stand und steht für demokratische Mitbestimmung und Menschenrechte unabhängig von Religion und Herkunft.
Wer bei der Bürgerwehr 1848 mitmarschieren will, muss diesen Grundkonsens teilen. Und der schließt den Ruf nach „starken Männern“ ebenso aus, wie scheinbar einfache Antworten auf komplexe Probleme. Erst recht, wenn sie sich gegen Minderheiten richten.
Beim Bürgerwehrauszug stellen wir kein historisches Ereignis nach, sondern halten eine Tradition am Leben, die immer aktuell bleibt und nie einfach ist. Gerade in Zeiten rechter Kackscheiße.

An wen kann ich mich mit weiteren Fragen wenden?

Jeder der an Pfingsten und Himmelfahrt einen schwarzen Gehrock trägt, hilft dir gerne im persönlichen Gespräch weiter. Sprich uns einfach an. Wir sind ganz normale Leute. Auch unterm Jahr sind die Chargierten der Bürgerwehr im Königsberger Alltag und den Vereinen ansprechbar.
Jedes Jahr gibt es mindestens einen Übungsabend, bei dem du in die Abläufe und Hintergründe reinschnuppern kannst.

Fragen kostet nichts!


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